Schule

Lustigerweise heißt Schule auf Kisuaheli auch Schule. Malaika besitzt eine eigene errichtete Schule die nur 300m vom Kinderheim entfernt ist. Schon der Weg zur Schule ist jeden Morgen ein Erlebnis. Ich genieße es immer sehr etwas von der Gegend zu sehen, wenn man auf der steinige Straße entlanggeht. Teilweise leben die Leuten in Blechhütten, einige haben auch befestigte Häuser aus Lehm oder Stein. Schon von weitem rufen die Leute: „mzungu, mzungu!“ Das heißt übersetzt weiße Frau. Einige Menschen hier Mustern mich mit verwirrten Blicken. Die Meisten sind aber sehr freundlich und freuen sich, wenn ich ihnen auf der Straße begegne. So kam es das ich sogar einmal zum lunch eingeladen wurde. Das Leben spielt sich hier immer draußen ab. So gibt es immer viel zu sehen.

Die Primary school namens Stefano Academy, an der ich unterrichte ist auch offen für Kinder aus dem Dorf und Umgebung. Das Schulsystem wird auch 8-4-4 genannt, also 8 Jahre Grundschule, 4 Jahre Secondary school und 4Jahre College. Die Secondary school sowie der Kindergarten sind an die Schule angegliedert. Gerade wird das Schulsystem in ganz Kenia umgestellt. Gerade in den letzten Schuljahren sollen die eigenen Interessen der Kinder gefördert werden und handwerkliche sowie praktische Arbeiten gelehrt werden. Ich denke das ist ein großer Vorteil, da die Kinder so das erlernen können was ihnen Spaß macht.

Es wird besonders darauf geachtet, dass in einer Klasse maximal 30 Kinder sind, was mich sehr freut. Im Vergleich zu meinen bisherigen Unterrichtserfahrungen in Südafrika, wo ich teilweise 50-60 Kinder in einem kleinen Klassenraum unterrichtet hatte, ist hier deutlich zu merken wie sehr die Schüler/innen aber auch die Lehrkraft von der Klassengröße profitieren. Die Kinder sind sehr aufmerksam, es gibt nur wenig Störungen und Unterbrechungen und die Kinder haben genug Platz auf ihrer eigenen Schulbank konzentriert zu arbeiten. Die guten Bedingungen in der Schule zahlen sich aus. Der Direktor erzählte mir, dass die Schule im nationalen Ranking in Kenia auf Platz 27 von 300 liegt. Richtig gut !

Obwohl die Kinder eigentlich nicht gezwungen werden rasieren sie sich für die Schule alle die Haare und tragen natürlich ihre Schuluniform. In den Klassen findet man ganz unterschiedliche Altersklassen. Das liegt daran, dass viele Kinder lange Jahre nicht zur Schule gegangen sind. Zum Beispiel weil sie zuhause helfen mussten, die Familie zu versorgen, weil sie auf der Straße gelebt haben oder weil die Familie kein Geld hatte die Schulgebühren zu bezahlen. Glücklicherweise gibt es genug Spendengeldern, sodass für jedes Kind in Malaika die Kosten der Schulgebühren gedeckt werden können.

Enducation is the key ist hier das Motto fürs Lernen. Das wird auch immer wieder von allen Mitarbeitern in Malaika betont, wenn Ansprachen gehalten werden. Ohne Bildung haben die Kinder keine Perspektive. Es gibt keine Sozialhilfen vom Staat, keine Unterstützungssysteme, die sie später unterstützen können. Sie sind auf sich allein gestellt. Zudem werden die Kinder hier in allen Fächern auf Englisch unterrichtet, denn das ist Voraussetzung für einen guten Job. Natürlich haben die Kinder auch Kisuaheli als Fach. So habe ich mich an einem Vormittag mal in eine Unterrichtsstunde mit hineingesetzt, leider aber kaum ein Wort verstanden um was es ging 😂Na ja ich übe eben noch.

Mit der Stundenaufteilung läuft alles ein wenig gelassener als in Deutschland , zwar gibt es einen Stundenplan, allerdings ist der Lehrer dann fertig, wenn er fertig ist. So kann es sein, dass schon die Schulglocke von einem Kind geläutet wird aber die meisten Klassen noch mitten im Unterricht sind.

Da Deutsch durch die Umstellung des Schulsystems bald fest in den Stundenplan integriert werden soll unterrichte ich jeden Tag 2 Klassen in Deutsch. Nikolas, der im April für 5 Monate hier sein wird, wird den Unterricht dann übernehmen. Wir behandelten bereits Themen wie Begrüßung, Wetter, Wochentage, Einkaufen, Körperteile usw. Was mich besonders glücklich macht ist, dass ich deutlich sehen kann wie viel Freude den Kinder der Unterricht macht. Ich versuche natürlich immer kreative Unterrichtsmethoden wie Lieder, Bilder und Lernspiele zu verwenden, damit die Kinder motiviert belieben. Zur Begrüßung habe ich mir einen Klatschsong ausgedacht, den viele Kinder oft fröhlich am Nachmittag hier in Malaika singen. Es ist erstaunlich wie viel sich die Kinder bereits merken konnten. Das sehe ich immer daran, wenn mir hier in Malaika ein Tschuss (ü ist schwer für die Kinder☺️) ein Schlaf gut zugerufen wird. Es wurde mir ans Herz gelegt auch Tests zu schreiben, dass die Kinder motiviert bleiben. Ich bin sicher die Kinder werden grandios abschneiden!

In Religion hier CRE (=Christian Religion enducation) genannt darf ich auch einige Stunden unterrichten. Da Ostern naht habe ich mich entscheiden in mehreren Etappen mit den Kinder dieses Thema durchzunehmen und mit Ihnen in der Bibel gemeinsam nachzulesen. Es ist wunderbar, dass ich gerade die wichtigste Botschaft des Glaubens an die Kinder vermitteln darf. Das Gott sie so sehr liebt, dass er seinen einzigen Sohn gab und er ihre Sünde auf sich nahm und am Kreuz vernichtete. (vgl. Joh 3,16)

Kommentar verfassen