So grüßen wir uns hier in Malaika und ich grüße dich wenn du meinen ersten Blogartikel liest 😉
Nach langem Warten, Packen und Organisieren ging es am 6.3 endlich los! Gemeinsam mit Willy und seiner Frau Asuna (sie ist Kenianerin) flog ich von Frankfurt von Nairobi. Als wir schließlich im Taxi auf dem Weg zum Hotel waren und ich die lauwarme Nachtluft durch das geöffnete Fenster auf meiner Haut spüren konnte würde ich sagen hat das Abendteuer in Kenia für mich erst wirklich begonnen. Ich genoss den fremden Geruch und schlief mit Wohlwollen zu einem lauten Singvogel, afrikanischer Straßenmusik und Verkehrslärm ein. Ich war nun einfach in einer ganz anderen Welt angekommen. Das stand fest. Am nächsten Morgen ging es dann weiter mit dem Flieger nach Kisumu, die nächst größere Stadt bei Kakamenga. Ich konnte so Nairobi auch mal bei Tag aus der Luft beobachten, sah einen riesigen Vulkan, große Wälder, viel Landwirtschaft und zuletzt den Viktoria See der direkt bei Kisumu liegt und sich aufgrund seiner Größe über die Ländergrenze nach Uganda bis nach Tansania erstreckt.


Wir wurden von zwei Mitarbeitern mit dem berühmten Malaika Bus abgeholt, der in der Gegend allseits bekannt ist und meistens mit einer Schar voll Kindern gefüllt ist, die sich auf einen Ausflug freuen. Willy wollte, dass ich noch ein bisschen Kisumu sehen konnte und so fuhren wir durch die Innenstadt. Je weiter wir uns vom Flughafen entfernten, desto mehr war ich eindeutig die einzige weise Person hier. Es war ziemlich spannend zu sehen, wie die Menschen auf mich reagierten. Viele Kenianer fiengen an zu tuschelten, zu lachten, zeigten mit dem Finger auf mich oder starrten mich an aber dank meiner kleinen einheimischen Gruppe mit der ich unterwegs war, machte mir das alles nicht wirklich etwas aus. Wir hielten schließlich an einem Fischmarkt direkt am Viktoriasee. Ich konnte dabei zusehen wie die Frauen am Ufer den Fisch ausnahmen und er dann 100 Meter weiter direkt frisch für uns gegrillt wurde. Das war wirklich der beste Fisch, den ich je in meinem Leben gegessen habe. Mit den Fingern versteht sich und dazu noch Ugali(den traditionellen Maisbrei) und ein traditionelles Bier namens Tusker, dass nach den Stoßzähnen der Elefanten benannt wurde.

Danach ging es aus der Stadt Richtung Kakamenga. Was mir besonders aufällt ist, dass sich das Leben hauptsächlich draußen auf der Straße abspielt. Es waren einfach so viele Eindrücke davon, was die Leute am Straßenrand taten und verkauften sodass ich sie gar nicht alle aufschreiben kann aber vielleicht hilft euch ja das Bild dazu es sich ein wenig vorzustellen.

Die letzen 20 Minuten der Fahrt ging es über eine sehr holprige Straße zu den Toren des Kinderheims. Die Kinder waren anfangs etwas schüchtern, sie stellten sich aber ganz freundlich vor und so wanderten beinahe 100 Hände an mir vorbei, um mich persönlich zu begrüßen. Die Kinder sangen uns dann noch ein Willkommenslied. Asante sana Jesu mojoni !- das heißt übersetzt Danke Jesus von ganzem Herzen ! Gemeinsam mit Nelfine und dem Sozialarbeiter Calvin drehten wir danach noch eine Runde über das Gelände. Sie zeigten uns stolz die Ställe verschiedenster Tiere, den Fischteich und die riesige Plantage auf der bereits rießige Mangos wuchsen. 😋Über die geniale Nachhaltigkeit hier in Malaika werde ich in einem anderen Artikel dann mehr berichten.

Auf unserer Tour begleitete uns die kleine Charleen, die mich zunächst nur ängstlich und mit großen Augen ansah. Doch nach einiger Zeit nahm plötzlich eine winzig kleine Hand meine eigene. Das Mädchen gab mir stolz ein Stück Erde das von Termiten bearbeitet worden war und ich schenkte der kleinen mein Haargummi. Damit war das Eis zwischen und gebrochen und Charleen begann nun zu lachen und mit mir zu spielen.Hier wurde mir bewusst, dass ich das Vertrauen der Kinder als weise Frau erst gewinnen musste, damit sie sich mir öffnen können und das braucht manchmal eben ein bisschen Zeit. Der lange Tag endete schließlich mit einem angenehmen Sommer Gewitter bei 30 Grad, singenden und tanzenden Kindern um mich herum und herrlich frischer Ananas. Soweit meine Eindrücke von Tag 1
Bis Bald eure Amelie