Nach meinem ersten Beitrag möchte ich euch nun das Kinderheim genauer vorstellen und euch von der genialen Nachhaltigkeit erzählen.
Malaika Kisuaheli und heißt übersetzt Engel. Ehemalige Straßenkinder, Kinder, deren Eltern an HIV/Aids starben und Kinder, die in sehr schlechten Familienverhältnissen aufwachsen finden in Malaika ein neues Zuhause. Nach dem Tod ihres Mannes versorgte Mama Maria neben ihren 11 eigenen noch 10 weitere Engel aus dem Dorf und nahm sie liebevoll bei sich auf. Als sie 1994 starb überlegten Willy und Asuna gemeinsam mit ihrer Familie wie man die Gutmütigkeit und den starken Glauben von Mama Maria bewahren konnte. So wurde schließlich ein Verein gegründet und Malaika hatte seine Geburtsstunde.

Das Kinderheim bildet durch das abgezäunte Gelände einen geschützten Raum für die Kinder. Das Eingangstor wird Tag und Nacht bewacht. Neben dem Eingang befindet sich das Office und gleich neben dran die Schlafräume der Mädchen. Es gibt eine große renovierte Küche, die dank der schwarzwäldischen Kuckucksuhr auch Black Forest Kitchen genannt wird. Der Koch und sein Team versorgt uns jeden Tag hervorangend mit frischen Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten und zaubert leckere Gerichte. Der Tiefkühlspinat aus Deutschland kann gegen den frischen Spinat hier auf gar keinen Fall ankommen, er schmeckt herrlich hier ! Von der Küche gibt es eine direkte Durchreiche zum Dining Room. Abends proben die Kinder hier öfters Songs und Tänze für einige Auftritte. Auch ich werde häufig mitgenommen, um mitzumachen. Es ist ein riesiger Spaß für mich, bei dieser guten Stimmung mittendrin dabei zu sein. Mit den traditionellen Trommeln, den Rhythmen und den kisuaelischen Gesang kann man ganz in die afrikanische Kultur eintauchen. Neben der Küche gibt es sogar eine Bäckerei, wo hauseigenes Brot gemacht wird und zum Teil für 5 Schilling in Kakamenga verkauft wird.





Ein perfekter Platz, um die Kinder zu versammeln ist die sogenannte Schneider Hall. Sie besitzt sogar eine Bühne. Hier kann gesungen getanzt oder während der Ferien auch gelernt werden. In mitten der Gebäude gibt es eine Wiese mit einer Kapelle, einer Arche zum klettern und einen tiefen Brunnen, der das Kinderheim mit Wasser versorgt. Hinter den Häusern befindet sich ebenfalls eine große Wiese, auf der wir häufig Fußball spielen und die Ziegen grasen Können. Von ihnen werde ich auch jeden Morgen freundlich geweckt 😂


Man könnte fast sagen, dass Malaika gleichzeitig noch ein Bauernhof ist, da es neben den Ziegen noch Hunde, Kühe, Truthähne, Hennen und Hasen gibt. Die Eier sowie die Milch und das Fleisch kommen also direkt aus Malaika und müssen nicht gekauft werden. Hinter der Wiese erstreckt sich ein riesiger Garten. Die Mitarbeiter zeigten uns stolz die Mangos, Papayas, Avocados, Kochbananen sowie traditionelle Gemüse Sorten und Kartoffeln. Sogar die Passionsfrüchte waren schon am blühen. Am nächsten Tag zeigten mir die Kinder wie ich einen Eimer auf dem Kopf tragen konnte, um mit ihnen die Tomaten im Gewächshaus zu gießen. Wohlgemerkt ist das eine Frauen Sache, die Jungs waren mehr beschäftigt damit Wasser aus dem Brunnen für uns zu pumpen.

Seit einiger Zeit hat das Kinderheim sogar einen eigenen Fischteich um den Kindern eine gute Ernährung zu gewährleisten.Alles was im Garten wächst und lebt kann also direkt auf den Teller gebracht werden, ohne Dinge kaufen zu müssen. Gekocht wird mit Feuerholz das im eigenen Miniwald abgeholzt werden kann. In Planung sind nun eine Solaranlage, da es durch den Anschluss an das Stadtnetz häufig zu Stromausfällen kommt.
Wenn sich ein Kind verletzt oder z.B Malaria bekommt kann es direkt gegenüber im Health Center versorgt werden, den dieser gehört zum Kinderheim. So kam es dazu das ich den kleinen Barack mit seinen blutigen Wunden zur Krankenstation brachte. Da aber der tägliche Starkregen nach seiner Behandlung einsetzte warteten wir 1h bis wir wieder zurück gehen konnten. Jetzt im März zur Regenzeit kann man sich darauf verlassen, dass es jeden Tag einen kräftigen Schauer gibt und die Luft danach herrlich frisch und kühl ist. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass die steinigen und erdige Straße dann nicht mehr staubig ist.
Die Mitarbeiter hier in Malaika sind außerordentlich gastfreundlich und immer für ein Schwätzchen zu haben. Gleich am ersten Tag sprach ich 3 Stunden mit Nelphine. Sie ist die Enkeltochter von Asuna und hat die Position Assistant Direktor hier in Malaika. Was auf jeden Fall neu für mich ist, ist dass die Menschen hier sehr viel Zeit haben und alles sehr langsam von statten geht. So wird man schnell in ein langes Gespräch verwickelt oder man trifft sich erst 2 Stunden später als zur vereinbarten Uhrzeit. Daran musste ich mich natürlich erstmal gewöhnen aber man passt sich schnell an diesen Lebensstil an und geht alles etwas gelassener an. Das genieße ich mittlerweile sehr ! Im diesem Sinne Hakuna Matata